Montag, 21. Dezember 2009

Indonesien - der Vulkan Krakatau

Tanjung Lesung, schöne Tage waren das..

Ein Gefühl von Karibik, Palmen säumten den Strand, das Wasser war warm und Essen und Trinken gab es auch genug.. eine überaus angenehme Situation.

Ganz im Gegensatz zu 1883.Da explodierte nämlich der Vulkan Krakatau vor der Küste Indonesiens. Eine Explosion, wie sie die Welt nur selten sieht. Asche und Gestein wurden bis zu 80 km in die Erdatmosphäre geschossen, eine gewaltige Flutwelle von 40 m Höhe suchte die Küsten heim und ein Ascheregen ergoss sich über die Dörfer und Städte. Der Knall der Explosion war noch in über 4.000 km Entfernung zu hören.

Über 35.000 Menschen mussten bei diesem Inferno ihr Leben lassen.

Krakatau wurde bei diesem Ausbruch fast vollständig zerstört, seit etwa 80 Jahren wächst an der Explosionstelle jedoch ein neuer aktiver Vulkan heran, genannt Anak Krakatau, das Kind Krakatau.

Das spannende: Anak Krakatau liegt mitten im Meer, vor der Küste Indonesiens, an einem Ort der auch als Tanjung Lesung bekannt ist. Das kommt einem doch bekannt vor? Richtig! Da waren wir!

Uns, oder zumindest mir, war schon vor der Fahrt nach Tanjung klar: Ich muss auf diesen verdamment Vulkan. Erstens ist es einfach nur spannend einen aktiven Vulkan live zu sehen und zweitens ist das nicht irgendein Vulkan, sondern einer der Geschichte geschrieben hat.

Angeboten wurden Tagestouren mit einem Speedboat, Vulkanbesichtigung und anschließendem Schnorcheln. Alles klar, machen wir!

Treffpunkt war morgens um acht am Strand. Das haben wir, nach vier Stunden Schlaf, gerade so geschafft und hatten uns mit unseren Mitreisenden bekannt gemacht, als es auf einmal ruuuuuuuuummmmmms machte! Was ein Knall! Unser Tourguide meinte ganz trocken "Das war Anak Krakatau, der ist heute unruhig, deswegen können wir auch nur bis 200 m an den Krater herangehen." Okay, alles klar.. vielleicht besser so!

Was man wissen sollte: Bis zum Vulkan fährt man mit dem Speedboat ohne Pause etwa 1,5 Stunden - ich will nicht wissen, wie der Knall sich anhört, wenn man direkt neben dem Vulkan steht!

Vorausgesetzt natürlich das Speedboat fährt..



..was natürlich erstmal nicht der Fall war. Einer der Motoren hatte sich entschlossen Feierabend zu machen.

Um nach Krakatau zu fahren ist ein Double Engine Boot allerdings empfehlenswert, also war erstmal Schrauben angesagt. In den Indonesiern scheint zum Glück russisches Blut zu pulsieren, die Kiste war nach kurzer Zeit wieder lauffähig!



Also vorbei an den Fischerhütten (unter den Hütten hängen die Netze, Menschen leben dort nicht) und ab aufs offene Meer.

Das erste was das Auge sieht, sind die Überreste von Krakatau, der heute nicht mehr aktive Vulkan:



 Ist doch noch ziemlich groß das Dingen, hätte ich nicht gedacht. Und direkt daneben liegt unser neue Freund: Anak Krakatau!







Aha! Da geht doch was! Die Anlegestelle lag auf der anderen Seite, wir haben Anaka Krakatau also einmal umrundet und uns dem Biest von hinten genähert.

Nach dem Anlegen am schwarzen (!) Strand mussten wir erst etwas durch den Dschungel klettern, bis wir in die Nähe des Kegels kamen. Der Boden bestand nur noch aus Asche und Lavabrocken. Es war eine glühende Hitze, diesmal nicht nur von oben, an manchen Stellen war selbst der Boden unter uns am Dampfen.

Wir befanden uns gerade am Aufstieg als es einen gewaltigen Knall gab und Asche und Steine aus dem Krater geschleudert wurden! What a feeling! Du stehst auf einem Vulkan, hörst den Knall und spürst wie unter dir die Erde bebt und wackelt!

Ich gebe zu: Ich habe weiche Knie bekommen. So wie alle anderen auch. Aber das ist es wert, oder wie unser Begleiter, ein kleiner Junge, meinte: "This is so amazing, but also a little bit scary!"



Schaut euch das Bild mal in groß an und achtet auf die bunten Gestalten unten. Das sind Menschen! So kann man sich in etwa vorstellen, wie gigantisch die Aschewolke war.

Eine Woche zuvor wurde übrigens an der gleichen Stelle ein Amerikaner von einem ausgespuckten Stein erschlagen. Das letzte was der sah, war Anak Krakatau!

Mit einem etwas flauen Gefühl im Magen, man weiß ja schließlich nie ob da noch was nachkommt, ging es zurück zum Boot.



Nach dem Schnorcheln (da werde ich gegebenfalls noch einen eigenen Beitrag zu verfassen, nur soviel: Super!) ging es zurück an die Küste.

Ein kleines Highlight war Yanto, der hatte sich nämlich überlegt, er könne ja mal Seekrank werden.. sehr zu unserer Freude ; )



Noch einen kleinen Schluck aus der Dose, einen letzten Blick auf Anak Krakatau und schon war das Abenteuer Vulkanbesteigung Vergangenheit..











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