Ein Wort: Hölle!
Zwei Wörter: Traffic Jam!
Drei Wörter: Lasst mich raus!
Jakarta ist die Hauptstadt Indonsiens mit über 8,5 Millionen Einwohnern, zum Vergleich: unsere geliebte Haupstadt Berlin hat knapp 3,5 Millionen Einwohner - also satte 5 Millionen weniger!
Noch ein Vergleich: In Berlin kommen etwa 3.800 Einwohner auf einen km² - in Jakarta sind es fast 13.000 Einwohner pro km²! Somit hat Jakarta über dreimal soviele Einwohner pro km² als Berlin!
Und es gibt noch einen entscheidenden Unterschied: Berlin hat Bürgersteige!
Das bedeutet wer so wahnsinnig oder mittellos ist, um laufen zu müssen, teilt sich nicht selten die Straße mit motorisierten Gegnern oder muss in die Straßengräben ausweichen.
Erschwerend kommt hinzu, dass der gemeine Indonesier nicht gerne läuft. Es hat also wirklich fast jeder ein Auto oder wenigstens einen Roller.
Wir halten fest: Kaum befestigte Wege, 13.000 Einwohner pro km² und davon hat ein großer Anteil ein motorisiertes Gefährt!
Was auch nicht vergessen werden sollte: Es gibt keine S-Bahn und keine U-Bahn. Von einer Schwebebahn wird geträumt, aber ob sie jemals fertiggestellt wird?
Das Ergebnis: Gedrängel und Geschiebe plus Ignoranz bezüglich Verkehrsampeln oder anderer Regeln.
Das Wunder: Irgendwie funktioniert es! Man braucht schon starke Nerven, wenn man Stoßstange an Stoßstange steht und es ein Mopedfahrer trotzdem irgendwie schafft sich noch durchzuquetschen um an einer anderen Stelle eine Lücke zu suchen.
Da man aber bekanntlich mit jeder Situation wächst, gibt es auch hier einiges zu lernen.
Zum einen ist das Geduld, so in etwa kann man sagen, dass man für eine Strecke, die in Deutschland etwa 15 Minuten dauert, in Jakarta locker 45 Minuten im Auto sitzt. Wenn man nur eben in die Firma will, ist das natürlich sehr nervig. Wenn man mit einem Bier in der Hand im gekühlten Auto sitzt und das Spektakel um sich herum bewundert, kann das schonmal ganz nett sein ; )
Dann lernt man sich duchzusetzen. Wenn man die Spur wechseln will, dann wechselt man die Spur. Egal ob da Platz ist oder nicht. Wer zögert, hat schon verloren! Also einmal (oder besser mehrmals) hupen und sich selber in einer winzigen Lücke so verkanten, dass die anderen dazu gezwungen sind einen reinzulassen! Wird schon irgendwie klappen..
Noch besser ist es aber man kennt die Schleichwege. Sind die großen Straßen verstopft, hilft oft nur ein Ausweichen in die verwinkelten Gassen der Stadt. Das sollte man aber nur mit einem Ortskundigen wagen, auf mein Navi würde ich mich hier keineswegs verlassen wollen. Belohnt wird man mit ganz anderen Eindrücken! Das Leben pulsiert an jeder Ecke, abseits der großen Straßen ist es aber meist noch am ursprünglichsten.
Es gibt zwar eine Mautpflichtige Stadtautobahn, aber die ist auch nicht immmer besser. Der Vorteil ist, dass keine Rollerfahrer etc. auf die Stadtautobahn dürfen. Der Nachteil ist, dass alle paar km eine Mautstelle wartet, an der sich der Verkehr wieder staut. Man hat also gerade Fahrt aufgenommen, dann darf man wieder abbremsen um sich durch die Maustelle zu quetschen. Halleluja!
Wer sich also über den deutschen Verkehr aufregt: Drei Tage Jakarta und du bist geheilt! Danach sind die deutschen Autobahnen eine reine Wellnesskur!
Die Indonesier laufen übrigens nicht immer so rum, ich schätze mal da war irgendwo eine Veranstaltung in der Nähe!
Wer sich in den Nebenstraßen auskennt, hat es meist leichter!
Diese Kreuzung hat definitiv noch Potential!
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Hey André,
AntwortenLöschenalso Ich habe mir gerade mal deine Story über Jakarta durchgelesen und muss sagen, dass Ich sie echt geil finde, solltest du mal nen Buch raus machen ;)
nette Grüße aus Meschede,
Jörg